Anwendung von 3D in Internetfilmen

Wer hätte vor etwa 5 Jahren gedacht, dass Internetfilme bildschirmfüllend dargestellt werden können. Dank Breitband und HD ist das heute möglich. Damit stellt sich die Frage nach der Verfügbarkeit weiterer technischer Errungenschaften bei Internetfilmen, z.B. 3D.

Dieser Bericht basiert auf ersten praktischen Erfahrungen mit der 3D Kamera Panasonic HDC-Z10000 und den Schnittprogrammen MAGIX Video deluxe 17, MAGIX Video Pro X4 und Vegass Movie Studio HD Platinum. Drei identische Test Files, die mit den gleichen Formateinstellungen zu verschiedenen Endprodukten verarbeitet wurden, sind beigefügt. Ziel ist es, mit diesen Aufnahmen spätere Qualitätsvergleiche zu ermöglichen.

Die meisten 3D Kameras bestehen aus zwei parallelen optischen Systemen, die separate Bilder ungefähr im Augenabstand aufnehmen. Die Kameras der neusten Generation verfügen über zwei separate Objektive und Bildwandler, die Full HD Bilder (1920×1080 Pixel) erstellen. Die HD Bilder werden mittels Prozessor zu einem kombinierten Bild verarbeitet. Die zusammengehörenden Bilder für das linke und rechte Auge werden beim Abspielen des Files wieder separat gezeigt. Für diesen Darstellungsprozess ist eine Brille nötig.

Die Herstellung von 3D Filmen ist relativ komplex. Die Fachausdrücke, die verschiedenen technologischen Ansätze mit entsprechenden Formaten laden nicht unbedingt zur Heimanwednung von 3D ein. Trotzdem beginnt sich diese Technologie bei der Heimelektronik zu etablieren. Das gilt insbesondere für Computerspiele und den TV-Bereich. Im Internetbereich gehören 3D Filme jedoch eher noch zu den exotischen Anwendungen.

Diese Situation könnte sich jedoch rasch ändern mit der Einführung von leichten, leistungsfähigen 3D Camcordern, die auf den Einsatz im Privatbereich abzielen. Einzelne Softwarefirmen haben dieser Entwicklung bereits Rechnung getragen und ihre Schnittsoftware für die Verarbeitung von 3D Filmen angepasst (s. oben). Das grösste Handicap für 3D Filme im Internetbereich ist die Datenübermittlung und deren geeignete Darstellung auf dem Bildschirm. Im Moment ist es immer noch die Anaglyphen-Methode, für die es eine (billige) Rot/Blau- oder eine Rot/Cyanbrille braucht, die allgemeine Anwendung findet. Diese Methode hat aber den schwerwiegenden Nachteil, dass der 3D-Effekt mit einer Einschränkung des Farbspektrums erkauft werden muss.

Fazit: 3D Filme können im Internet realisiert werden. Im Vergleich zum TV-Bereich sind aber die technischen Möglichkeiten immer noch stark eingeschränkt. Im Moment sind 3D Filme eher eine Domäne für Video-Enthusiasten. YouTube hat mit einer 3D Funktion das Interesse an 3D Filmen angemeldet. Man darf gespannt sein, ob es den Videoplattformen gelingt, das Interesse an 3D Internetfilmen bei einem breiteren Publikum zu wecken.

Text und Videos: Kurt Suter

Allgemeine Bedingungen für Testfilme:

Kamera: Panasonic HDC Z10000
Kamera-Aufnahmemodus: 3D
Schnittprogramm: MAGIX Video deluxe 17/Video Pro X4
Outputfile: MPEG4, 25000 kbits/sec
Veröffentlichung: YouTube

Testfilm 1: Standardfilm (2D), keine 3D-Verarbeitung, Grösse Outputfile 214’720 KB

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Testfilm 2: 3D Anaglyphen-Verarbeitung mittels Schnitt-programm, Grösse Outputfile 214’413 KB

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Testfilm3: Side-by-side Verarbeitung mittels Schnittprogramm, Anaglyphen-Darstellung mit der 3D Funktion von YouTube, Grösse Outputfile 214’644 KB

Der Testfile wurde an einer Konzertprobe der Musikgesellschaft Pratteln aufgenommen, musikalische Leitung Philippe Wendling.

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